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St. Katharinenkirche in Buchholz – ein Wahrzeichen mit bewegter Geschichte


Blick auf St. Katharinen vom Hotel Waldschlösschen.
Blick auf St. Katharinen vom Hotel Waldschlösschen.

Wer durch den Stadtteil Buchholz in Annaberg-Buchholz fährt oder spaziert, entdeckt sie schon von weitem: die St. Katharinenkirche Buchholz. Hoch über dem Sehmatal gelegen, prägt sie das Stadtbild von Buchholz bis heute.

Ihre Geschichte reicht zurück in die Zeit des Silberbergbaus und erzählt zugleich von Reformation, Zerstörung und Wiederaufbau. Damit ist die Kirche nicht nur ein bedeutendes Bauwerk, sondern auch ein Stück Buchholzer Heimatgeschichte.


Eine Kirche für die junge Bergstadt

Buchholz entstand wie das benachbarte Annaberg infolge des Silberbergbaus. Die damalige Siedlung trug den Namen „St. Catharinenberg im Buchenholze“ und erhielt 1501 erste städtische Privilegien.

Bereits wenige Jahre später begann der Bau einer eigenen Kirche. Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz nennt 1506 als erste Erwähnung des Kirchenbaus. Für das Gebäude musste am steilen Hang Fels abgetragen und unter dem späteren Chor Gelände aufgeschüttet werden. Um 1520 wurde die Kirche vermutlich geweiht, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig fertiggestellt war. (kirche-annaberg-buchholz.de)

Gerade ihre Lage macht die St. Katharinenkirche bis heute so charakteristisch. Sie steht unmittelbar am Hang und ist dadurch aus vielen Richtungen gut sichtbar.


Früh mit der Reformation verbunden

Auch die Reformation hinterließ in Buchholz früh ihre Spuren.

Am 24. Juni 1524, dem Johannistag, wurde in der St. Katharinenkirche erstmals evangelisch gepredigt. Der erste dauerhaft in Buchholz tätige lutherische Pfarrer war Hartmann Ibach, der nach Angaben der Kirchgemeinde von Martin Luther selbst benannt wurde. (kirche-annaberg-buchholz.de)

Damit gehört die Kirche zu den Orten der Region, an denen sich der religiöse Wandel des frühen 16. Jahrhunderts unmittelbar nachvollziehen lässt.


Über Jahrhunderte nicht vollständig vollendet

Der ursprüngliche Kirchenbau war als dreischiffige spätgotische Hallenkirche geplant. Doch die Fertigstellung zog sich über Jahrhunderte hin.

Um 1523 erhielt das Kirchenschiff zunächst nur eine provisorische Holzdecke. Erst im wirtschaftlichen Aufschwung des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche umfassend verändert. Zwischen den 1870er Jahren und 1877 entstanden unter anderem ein neugotisches Gewölbe und Emporen; außerdem wurde der Kirchturm erhöht und aufwendiger gestaltet. Der Architekt Gotthilf Ludwig Möckel war an dieser neugotischen Umgestaltung beteiligt. (Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

So vereinte das Gebäude schließlich spätgotische Ursprünge mit Elementen des 19. Jahrhunderts.


Die Zerstörung im Februar 1945

Einer der einschneidendsten Momente in der Geschichte der Kirche ereignete sich am Ende des Zweiten Weltkriegs.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 1945 wurde Buchholz bei einem Luftangriff getroffen. Die St. Katharinenkirche brannte nahezu vollständig aus. Gewölbe und Pfeiler stürzten ein, und im Wesentlichen blieben nur die Umfassungsmauern erhalten. Auch die damalige Turmspitze wurde zerstört. (kirche-annaberg-buchholz.de)

Für die Kirchgemeinde begann damit ein jahrzehntelanger Wiederaufbau.

1965 erhielt der Turm eine niedrigere Spitze und vier neue Bronzeglocken. Erst am 4. Oktober 1981 konnte die wiederaufgebaute Kirche erneut geweiht werden. Auf eine Wiederherstellung des früheren Gewölbes wurde verzichtet, weshalb der Innenraum heute deutlich anders wirkt als vor der Zerstörung. (kirche-annaberg-buchholz.de)


Der Hans-Hesse-Altar – ein geretteter Schatz

Zu den bedeutendsten Kunstwerken der St. Katharinenkirche gehört ihr großer Flügelaltar aus der Werkstatt von Hans Hesse.

Der Altar kam 1594 aus der ehemaligen Franziskanerklosterkirche in Annaberg nach Buchholz. Er besitzt mehrere wandelbare Bildfolgen und zeigt Heilige der Kirchengeschichte. Während des Luftangriffs von 1945 befand sich der Altar glücklicherweise in der Sakristei und überstand dadurch die Zerstörung der Kirche. (kirche-annaberg-buchholz.de)

Nach einer umfassenden Restaurierung wurde er 1994 – genau 400 Jahre nach seiner Überführung nach Buchholz – wieder im Chorraum der St. Katharinenkirche aufgestellt.

Daneben befindet sich seit 1991 auch der kleinere Wolfgangsaltar, ebenfalls ein Werk Hans Hesses. Er stand zuvor in der Buchholzer Friedhofskirche. (kirche-annaberg-buchholz.de)

Beide Altäre gehören heute zu den besonderen kunsthistorischen Schätzen der Kirche.


Auch die heutige Ausstattung erzählt Geschichte

Nach dem Wiederaufbau wurde die Innenausstattung der St. Katharinenkirche nach und nach ergänzt.

1990 erhielt die Kirche eine neue Jehmlich-Orgel mit zwei Manualen und 27 Registern. Hinzu kamen unter anderem eine historische Barockkanzel aus Grimma sowie ein mittelalterlicher Taufstein. (kirche-annaberg-buchholz.de)

Dadurch vereint der Innenraum heute Stücke aus ganz unterschiedlichen Jahrhunderten.

St. Katharinen und St. Annen – zwei Kirchen, zwei Stadtgeschichten

Besonders spannend ist die St. Katharinenkirche auch deshalb, weil sie an die Zeit erinnert, in der Annaberg und Buchholz zwei eigenständige Städte waren.

Die beiden Bergstädte lagen sich auf gegenüberliegenden Seiten des Sehmatals gegenüber und entwickelten jeweils ihre eigene Geschichte und Identität. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Annaberg und Buchholz zur heutigen Stadt Annaberg-Buchholz vereinigt. (kirche-annaberg-buchholz.de)

St. Annen auf der einen und St. Katharinen auf der anderen Seite des Tales sind deshalb bis heute sichtbare Zeugnisse dieser besonderen Stadtgeschichte.


Ein Stück Buchholzer Heimat

Vielleicht ist es genau das, was solche Gebäude für mich so interessant macht.

Eine Kirche wie St. Katharinen ist nicht nur ein Baudenkmal. Für Menschen, die in Buchholz aufgewachsen sind oder hier leben, gehört ihre Silhouette ganz selbstverständlich zum Alltag: Man sieht den Turm auf dem Heimweg, blickt aus dem Tal hinauf oder erkennt ihn schon von weitem zwischen den Häusern.

Solche Motive erzählen etwas über den Ort, an dem wir leben.

Deshalb darf die St. Katharinenkirche auch in meiner Serie mit Motiven aus Annaberg-Buchholz und dem Erzgebirge nicht fehlen.

Als Anhänger wird ihre charakteristische Silhouette zu einem kleinen Stück Buchholzer Heimat – zum Dekorieren, Verschenken oder einfach zum Behalten.


Quellen

  • Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz: „Sankt Katharinenkirche Buchholz“, abgerufen am 25.08.2026. (kirche-annaberg-buchholz.de)

  • Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz: „Gemeindeteil Buchholz“, abgerufen am 25.08.2026. (kirche-annaberg-buchholz.de)

  • Deutsche Stiftung Denkmalschutz: „Katharinenkirche – Annaberg-Buchholz“, abgerufen am 25.08.2026. (Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

  • Stadt Annaberg-Buchholz: Denkmalliste, Eintrag St. Katharinenkirche Buchholz. (Annaberg-Buchholz)

 
 
 

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